Why not?

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Why not?

7. Januar 2017 Allgemein, Mag 0

Text und Bilder: Eliana Graf

Es ist Dezember… Kalt ist es in der Schweiz wohl erst ansatzweise, der Schnee, den es mal im November gegeben hat, ist der milden Temperaturen wegen wieder weggeschmolzen. Weihnachten steht vor der Tür. Und mit Weihnachten wohl auch einige nette Tage im Schnee… Oder doch nicht?

Es ist der 24.12. als ich das mir wohlbekannte Winterpanorama erblicke. Ich freue mich auf die Gemütlichkeit und Ruhe der Schweizer Alpen, darauf mit dem Snowboard und einigen Freunden die Schweizer Schneelandschaft zu erobern. Doch irgendetwas ist dieses Jahr anders, irgendetwas ist mit Frau Holle mächtig schief gelaufen. Meine Augen erblicken braun-grünes Gras und dies auf 1500 Meter über Meer… Das mit der Klimaerwährmung scheint nun doch etwas schneller zu gehen, als gedacht. Nun gut, denke ich mir, erst mal Weihnachten feiern und dann weiterschauen.

Doch zwei Tage später werde ich von der Realität eingeholt. Nach dem obligatorischen Teammeeting der Davoser Schneesportschule gönne ich mir mit einigen alteingesessenen Teambuddies aus dem Snowboardteam erst mal einen reichhaltigen Brunch, bevor’s auf die Piste geht. Einige meinen, sie warten erst, bis der Nachmittag kommt, um auf den Berg zu gehen. Noch sei es ihnen zu hart, es habe bis weit nach oben geregnet. Ich, voller Tatendrang, stürze mich natürlich mit den ersten auf die Piste. Und tatsächlich, es ist hart. So hart, dass ich nicht wirklich das Gefühl habe zu snowboarden. Es ist eher so etwas wie Schlittschuhlaufen mit einem Snowboard. Sofort wird mir eins klar, an diesem Ort werde ich nun vorerst mal nicht alt. Und so buche ich noch am selben Tag einen Flug nach Lissabon. Am 1. Januar, direkt nach Silvester habe ich vor, mich in die Wellen zu stürzen und dort meine zweite Ferienwoche zu verbringen.

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Ich geniesse die Weihnachtsferienwoche mit meiner Familie und einigen Freunden, arbeite viel und dann ist es so weit. Freitags mache ich noch einige Schwünge auf meinem Brett, treffe mitten auf dem Berg nette Leute aus Deutschland, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Irgendwo zwischen Kunstschnee, Sonnenschein und ganz vielen Felsen verbringen wir eine gute Zeit miteinander. Als es für mich dran ist aufzubrechen, überlege ich sogar die Bahn runter zu nehmen, so hart ist es. Dennoch lasse es dann bleiben, da ich diese dummerweise gerade eben verpasst habe und mir das Warten zu blöd ist. Was soll’s, denke ich mir, rutsche einen Schwung nach dem anderen runter und höre, wie die Eisfläche unter meinem Snowboard lautes Knirschen von sich gibt. Ja, im Tal nebenan ist sogar jemand gestorben, weil’s so rutschig gewesen ist und komischerweise erstaunt mich die Vorstellung dessen in diesem Moment so ganz und gar nicht.

Also packe ich meine sieben Sachen, verabschiede mich von allen und reise erst mal nach Zürich zurück. Sollen doch andere mit johlenden Spenglerclubfans und einigen wenigen Kunstschneeflecken Silvester feiern. Dieses Jahr habe ich andere Pläne. Zuhause angekommen mache ich einen Vorabendcheckin, treffe noch eine gute Freundin, die eben erst aus den USA gelandet ist. Ja, wir Schweizer sind schon ganz schön viel unterwegs. Manchmal ist es sogar schwierig Freunde zu treffen, da alle, inklusive mir natürlich, immer gerade irgendwo unterwegs sind… First world problems…

Weiter geht es in ein schönes Restaurant, wo mich eine ehemalige Studienkollegin samt reichlich gedecktem Tisch und weiteren Freunden erwartet. Und dann kommt es, das Neue Jahr… 2017! In den frühen Morgenstunden taumle ich nach Hause, gönne mir eine Mütze Schlaf, schleppe mich anschliessend mit meinem Handgepäck an den Flughafen, und ja, dann heb ich ab, in Richtung Wellen… Es ist der erste Januar 2017, ich sitze im Flugzeug und sehe sie bereits im Anflug. Die Wellen von Costa da Caparica, wo ich mir wenig später, statt eines Neujahrspowderrides samt anschliessendem Röteli auf dem Davoser Seehofseeli, einfach so mal einen Neujahrssurf und eine Woche uncrowded Waves of Portugal gönne… Happy New Year to everybody!

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Über den Autor

Eliana: Die Redakteurin vom WaveupMag ist vor einigen Jahren mit einem Secondhandsurfbrett aus Mozambique zurückgekehrt. Seitdem surft die Maturitätsschullehrerin und Germanistin in beinahe allen Schulferien. Ihr Lieblingsspot ist Peniche in Portugal, wo sie nicht nur der guten Wellen wegen öfters hinreist, sondern dort auch die portugiesische Herzlichkeit über alles liebt. Und sollte sie mal gerade nicht surfen oder Aufsätze korrigieren, so trifft man sie im Winter auf dem Snowboard an, wo sie bereits mehr als 10 Saisons als Snowboardlehrerin verbracht hat.

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