Wie aus Surfträumen Realität wird

_DSC0435 2-min

Wie aus Surfträumen Realität wird

16. April 2017 Allgemein, Mag 0

Text: Eliana Graf, Bilder: Marlon Lipke

Ich bin in den Bergen, sehe wie die Schneekristalle ausnahmsweise schön sanft herunterfallen und im Licht der Lampen glitzern. Ich schaue raus und beginne zu träumen. Erst von unverspurten Powderhängen, dann von einsamen tropischen Stränden mit perfekten Wellen. Da fällt mir ein, ich habe meinen Surftrip im Sommer noch gar nicht geplant. Also los, ich blicke auf und bewege mich hinter meinen Laptop. Dabei stosse ich auf eine Internetpage namens Surfguide.com, die mich so schnell nicht wieder loslässt.

Der Guide

Das revolutionäre an der Page ist eine Fülle an Filtern. Aus verschiedenen Kategorien kann man sich diejenigen suchen, die für einen wichtig sind. Ich klickte die Kategorie „no sharks“ an, zudem zieht es mich irgendwie nach Asien und anschliessend stelle ich die für mich surfbare Wellenhöhe ein. Und siehe da, die interaktive Karte spuckt mir bereits Vorschläge aus. Gut, ich schaue mir das an, scrolle zu den einzelnen Spots und merke schnell, dass der Surfguide eine echte Hilfe ist. Denn Hainan, Südkorea oder Japan hätte ich im Leben nicht für einen Surftrip in Betracht gezogen.  Gut, wenn ich die Lufttemperatur auf über 30 Grad Celsius einstelle, verschwindet Japan zwar wieder, aber genau dafür ist der Surfguide goldrichtig. Um sich einen schnellen Überblick zu machen und das zu finden, was man auch wirklich sucht. Vorbei sind die Zeiten, als man sich noch mühsam von einem Geheimtipp zum nächsten durchfragen musste, um dann vor Ort zu merken, dass der Geheimtipp vielleicht ein echter Geheimtipp für besser surfende Kollegen ist. Vorbei sind auch die Zeiten in denen man sich mühsam durch die einzelnen Seiten des Stormrider Surfguides blättern musste, um herauszufinden, ob die eine Region für einen etwas Spannendes bereit hält oder eben nicht.

Die zündende Idee

Zurück in Zürich lerne ich Roman Hartmann kennen, der treibende Kopf hinter dem Projekt. Roman führt den Surfari Surf-Shop, der den meisten wohl ein Begriff ist. Beim Verkauf über die Theke hat er immer wieder gemerkt, dass viele Schweizer Kunden froh um Reisetipps von erfahrenen Surfern sind. Und so ist die Idee, diesen Guide ins Leben zu rufen, entstanden. Mit seinem Studium in Informatik und Sport ist Roman sicher auch die richtige Person, um einen solchen Einfall umzusetzen. So ist in den letzten fünf Jahren aus diesem Geistesblitz ein echtes Mammutprojekt geworden. Das Team um Roman besteht heute aus weiteren Personen. Marlon Lipke als  Ansprechperson im Bereich PR und Aushängeschild nach Aussen, einem Investor und einigen Informatikern, Designern, Textern und administrativen Mitarbeitern.

Zukunftsvisionen

Doch auch die Kategorie „Camps“ soll mehr anzeigen, als dies jetzt der Fall ist. In Zukunft wird sich die Plattform mit Werbung finanzieren und somit kostenfrei bleiben. Der Surfguide wartet also lediglich darauf, etwas stärker von der Surfcommunity belebt und so richtig in Beschlag genommen zu werden.

Wohin führt dein nächster Surftrip?

Vielleicht befürchtet nun der eine oder andere etwas um die Entdeckung eines geheimen Surfspots. Doch keine Angst. Erstens zeigt der Surfguide lediglich Surfregionen und keine einzelnen Strände an. Und zweitens ist die Ansicht weit verbreitet, dass spätestens mit dem Aufkommen von Google Earth die geheimen Spots ohnehin irreale Überbleibsel aus längst vergangenen, analogen Zeiten sind.  Zudem kommt die Plattform der Forderung nach, dass sich die surfende Masse besser um den Globus herum verteilen sollte. Und so macht  Surfguide.com auch den trägen Surfern, die immer wieder an den gleichen Ort fahren Mut, auch mal andere Spots zu besuchen. Ich meine echt jetzt, wer hätte ernsthaft Oman für einen Sommersurftrip in Betracht gezogen? Ich bestimmt nicht.

Check out: surfguide.com

_PMB9771-min
_DSC3629-min
_DSC4219_2-min
_DSC3986-min
_DSC5492-min
_DSC0435 2-min

 

Über den Autor

Eliana: Die Redakteurin vom WaveupMag ist vor einigen Jahren mit einem Secondhandsurfbrett aus Mozambique zurückgekehrt. Seitdem surft die Maturitätsschullehrerin und Germanistin in beinahe allen Schulferien. Ihr Lieblingsspot ist Peniche in Portugal, wo sie nicht nur der guten Wellen wegen öfters hinreist, sondern dort auch die portugiesische Herzlichkeit über alles liebt. Und sollte sie mal gerade nicht surfen oder Aufsätze korrigieren, so trifft man sie im Winter auf dem Snowboard an, wo sie bereits mehr als 10 Saisons als Snowboardlehrerin verbracht hat.

0 Comments

Lass uns an deiner Meinung teilhaben.

Schreibe einen Kommentar